JÜDISCHER KULTURKALENDER 2026
Wir freuen uns, unsere Veranstaltungsreihe „Jüdischer Kulturkalender“ anbieten zu können, nicht
zuletzt dank der Förderung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland.
Sonntag, 18. Oktober 2026, 17:00 Uhr
Mikhail Gantman, Olga Vasileva, Alexej Vancl:
“Mi-ha-Isch. Ein musikalischer Dialog zu dritt”
Mit „mi ha-isch“ bringen wir die jüdische Kultur dem breiten Publikum nahe.
Zu erleben sind Lieder in hebräischer, jiddischer, englischer und deutscher Sprache, die von Liebe
und Verlust, Trauer und Lebensbejahung, Zweifel und Lebensfreude erzählen. Ursprünglich 2024 zum
Andenken an den 9. November inszeniert, inspirierte unser Programm die vielen Zuschauerinnen und
Zuschauer, ihr Verständnis und ihre Wahrnehmung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur zu über-
denken. Es ist unser Ziel, nicht nur über die jüdische Geschichte zu sprechen, sondern diese auf eine
rührende, persönliche Art mit der Gegenwart zu verbinden und Vorurteile abzubauen.
Das Besondere an unserem Programm ist, dass wir die traditionelle jüdische Diskussionsform
(Makhloykes) als Rahmen sowie als Inhalt des Abends wählen. Deswegen nennen wir unser Pro-
gramm einen musikalischen Dialog zu dritt. Geschichten aus der Vergangenheit, unsere eigenen Bio-
grafien und Erfahrungen als Jüdinnen und Juden fließen in unsere Lieder ein, die bei weitem nicht nur
den Rahmen unserer Gespräche bilden. Um ein breites Publikum nicht nur musikalisch, sondern auch
inhaltlich besser zu erreichen, haben wir die bekannten und weniger bekannten jüdischen Lieder, die
wir in den Sprachen der Originale zitieren, ins Deutsche übersetzt.
Das von uns gesammelte Musikmaterial formt unsere Diskussionen, an denen auch das Publikum teil-
haben darf. So singen wir zum Abschluss gemeinsam mit dem Publikum den berühmten Psalm 127.
Im Anschluss an das Programm bieten wir ein offenes Gespräch mit allen, die mehr über die jüdische
Kultur erfahren wollen.
Donnerstag, 12. November 2026, 19:00 Uhr
Die Veranstaltung findet Online statt. Anmeldung bis zum 10. November 2026 unter
miriam.a@mail.de
Prof. Dr. Lehnstaedt:
Jüdische Frauen im Widerstand
Im Vortrag richtet Prof. Dr. Lehnstaedt einen besonderen Blick auf die Erfahrungen jüdischer Frauen
im Widerstand. Dabei beleuchtet er die gesellschaftlichen und familiären Herausforderungen, mit de-
nen Frauen unter den Bedingungen von Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt konfrontiert waren. An-
hand historischer Beispiele zeigt er, welche Entscheidungen Frauen treffen mussten, welche Verant-
wortung sie für Angehörige übernahmen und wie sie Wege fanden, Widerstand zu leisten – oft unter
Bedingungen, die ihnen besondere Risiken und Belastungen auferlegten. Der Vortrag eröffnet neue
Perspektiven auf die Vielfalt jüdischen Widerstands und würdigt den Mut von Frauen und Männern,
die sich trotz existenzieller Bedrohung gegen Verfolgung und Vernichtung stellten.
Mittwoch, 25. November 2026, 19:00 Uhr
Ferdinand Heckel
Sexualisierte Gewalt gegen israelische Frauen am 07. Oktober 2023
Der Terrorangriff der Hamas, PFPL, und PIJ am 7. Oktober 2023 umfasste brutale sexuelle Übergriffe,
die gezielt und systematisch gegen israelische Zivilisten und insbesondere gegen Frauen verübt wur-
den. Die israelische Vereinigung von Krisenzentren für Vergewaltigungsopfer (The Association of
Rape Crisis Centers in Israel (ARCCI)) veröffentlichte im Februar 2024 die Ergebnisse einer ersten
Untersuchung aller verfügbaren öffentlichen und geheimen Informationen, Zeugenaussagen und Inter-
views. Die von Ferdinand Heckel übersetzte deutschsprachige Fassung des Berichts wurde im August
2025 veröffentlicht.
Dienstag, 15. Dezember, 2026, 19:00 Uhr
Dr. Susanne Urban:
„Rettet die Kinder“ – Über Recha Freier und Marianne Cohn
“Rettet die Kinder!” – und damit: die jüdische Zukunft. Bürokratische Hürden, unbedingter Wille zum
Handeln, Mut und Altruismus – das alles charakterisiert die Aktivitäten sowohl von Recha Freier, die
1933 in Deutschland die zionistische Jugend-Aliyah gründete, als auch von Marianne Cohn, die im
südfranzösischen Annemasse ihr Leben für die Rettung jüdischer Kinder aufs Spiel setzte – und es
verlor. In dem Vortrag werden die Biografien Recha Freiers und Marianne Cohns ebenso skizziert wie
ihre Tätigkeiten historisch eingeordnet und gewürdigt. Zwei Frauen – Tausende gerettete jüdische Kin-
der.
Dienstag, 26. Januar 2027, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Elisa Klapheck:
Die historische Entwicklung des Rabbinerinnenamtes
In ihrem Vortrag beleuchtet Prof. Dr. Elisa Klapheck die historische Entwicklung des Rabbinerinnen-
amtes, die Bedeutung von Regina Jonas sowie die Rolle von Rabbinerinnen im zeitgenössischen Ju-
dentum. Dabei zeigt sie auf, wie jüdische Tradition und Gleichberechtigung miteinander in Dialog tre-
ten können und welche Impulse Rabbinerinnen heute für jüdisches Leben und religiöse Gemeinschaften geben.
Dienstag, 16. Februar 2027, 19:00 Uhr
Dr. Maryam Abdolahi:
Menschenhandel mit jüdischen Mädchen
Der Vortrag beleuchtet ein weitgehend unbekanntes und lange tabuisiertes Kapitel der jüdischen Mig-
rationsgeschichte. Im Zeitraum zwischen 1880 und 1920 wurden zahlreiche jüdische Mädchen und
junge Frauen, die aufgrund von Armut, Diskriminierung, Pogromen und fehlenden Zukunftsperspekti-
ven Osteuropa verließen, Opfer international agierender Menschenhandelsnetzwerke. Unter dem Ver-
sprechen von Arbeit, Heirat oder einem besseren Leben wurden viele von ihnen nach Südamerika,
insbesondere nach Argentinien und Brasilien, gelockt und dort zur Prostitution gezwungen.



